Neues Gymnasium Bochum

Architekt
HASCHER JEHLE Architektur

Fotograf
Ali Moshiri

Produkte
FSB isis T300 25 1070,
FSB EN179-Wechselgarnitur 79 1070,
FSB AGL Objektgarnitur 72 1070,
FSB Fluchttürbeschlag 06 1070,
FSB Rahmentürbeschläge 09 1070,
FSB Rahmentürknöpfe 07 0846,
FSB Fenstergriffw 34 1070,
FSB Turnhallenmuscheln 77 7949,
FSB Türpuffer 38 3884

Lehre und gebauter Raum

Bereits im Jahr 1632 hat es der Philosoph und Pädagoge Comenius in seiner Großen Didaktik betont: „Die Schule selbst soll eine liebliche Stätte sein, innen und außen eine Augenweide.“ Seither haben sich Theoretiker wie Architekten immer wieder für bewusst „pädagogische“ Konzepte des Schulbaus eingesetzt. Kaum einer mag noch bestreiten, dass der gestaltete Raum Einfluss auf den Menschen nimmt. Während deshalb manche das Schulgebäude sogar als „Dritten Lehrer“ bezeichnen, ist vielen Schulen diese Erkenntnis auch heute noch nicht anzusehen. Und eine Ideallösung scheint es ohnehin nicht zu geben. Der Schulbau ist vielmehr ein andauerndes Ringen um angemessene Formen des Lernens und Lehrens, das den Veränderungen auf technischer, stilistischer und gesellschaftlicher Ebene unterliegt.

Beim Neubau des Neuen Gymnasiums Bochum war man sich bewusst, wie groß der Einfluss des gebauten Raums auf die in ihm stattfindende Lehre sein wird. Gemeinsam mit dem Büro Hascher Jehle Architektur – Sieger des ausgeschriebenen Wettbewerbs – hat man ein Konzept entwickelt, das sowohl eine einladende, motivierende Architektur verwirklicht, gleichzeitig aber auch technisch auf der Höhe der Zeit ist. In vielen Aspekten nimmt das Gebäude traditionelle, beispielsweise durch die Reformpädagogik bekannte Forderungen an einen guten Schulbau auf.

Der als liegende Acht gestaltete Bau öffnet sich mit seinen langgestreckten Fensterreihen zum Außenraum hin und nimmt in seiner Form Bezug auf die landschaftliche Struktur der Umgebung. Im unüberdachten Ring bieten die Fenster zum Hof einen Blick auf ein treppenartig angelegtes Wasserspiel, dem ästhetische aber zugleich auch energetische Wirkung zukommt. Die überdachte runde Eingangshalle hingegen wirkt durch ihr filigranes Folienkissendach und ihre fließenden Formen und offenen Galerien organisch. Die künstlerisch gestaltete Fassade bringt Farben ins Spiel und zeugt von den Grundideen der Schule. In den Sprachen Deutsch, Englisch und Latein ziehen sich die ersten Worte der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte über die Wand des gesamten Gebäudes: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. “

Demokratische Technik

Besonders stolz kann die Schule auf ihre multimediale Innenausstattung sein. Hier wird deutlich, dass am Planungsprozess alle „Betroffenen“ mitgewirkt haben. Eine demokratische Schule in einer demokratischen Welt. Während die Kreidetafeln durch moderne, wahlweise als Schreib- oder Projektionsfläche nutzbaren, weißen Tafeln ersetzt wurden, dienen wiederbeschreibbare kleinere Tafeln in den Klassenräumen der verstärkt gewünschten Gruppenarbeit. Das neue Gebäude soll die Schüler zu mehr Selbstständigkeit motivieren und individuellere Formen des Erarbeitens ermöglichen. Ein Selbstlernzentrum bietet Computer und Tische für die Arbeit in der Gruppe oder allein. Auf den großzügigen Flächen des Atriums laden auf mehreren Ebenen rote Zweisitzer mit Tisch –Picknicks genannt – und aufgrund ihrer Form Donut getaufte Gruppensitzplätze zum flexiblen Arbeiten und Kommunizieren während der freien Stunden ein. Das Neue Gymnasium Bochum tritt mit seinem variabel nutzbaren und technisch hervorragend ausgestatteten Bau in die Fußstapfen der Kultur von Open Offices und flexiblen Bürolandschaften.

Was die Ausstattung von Türen und Fenstern angeht, hat man sich beim Neuen Gymnasium Bochum für aktuellste Technik entschieden. Durch den Einbau eines elektronisch organisierten Zutrittskontrollsystems kann leicht auf Schlüsselverluste oder veränderte Zugangsberechtigungen reagiert werden. Gerade in öffentlichen Schulen, in denen neben dem normalen Schulbetrieb auch Sport- und Musikvereine ein- und ausgehen und somit viele Zugangsberechtigungen an unterschiedliche Nutzer vergeben werden müssen, lohnt sich der Einsatz von elektronischen Schließsystemen auch finanziell. So kann beispielsweise auf Versicherungen für Schlüsselverlust verzichtet werden. Die Bochumer Entscheidungsträger sind mit der Entscheidung klar ihrer Zeit voraus. Im Schulbau ist diese Technik bei Weitem noch nicht Standard, sondern setzt sich erst allmählich durch. Eine elektronische Zugangslösung steht immer vor der Herausforderung das elektronische Identifizieren anhand eines Identmediums, beispielsweise einer Karte, mit der Schließmechanik der Tür zu verbinden.

FSB hat mit den isis-Systemen eine Lösung erarbeitet, die sich von anderen Produkten dieser Art durch ihre Einfachheit und räumliche Kompaktheit abhebt.Durch die elektronische Steuerung des Kupplungselementes, kann die Tür nach Identifizierung sofort über die Türklinke geöffnet werden. Gerade für viel genutzte Türen wie Schultüren eignet sich das FSB-System wegen seiner berührungslosen Bedienung und seinen kurzen Ansprechzeiten hervorragend. Die Identifizierung erfolgt, indem das Medium in unmittelbare Nähe der Rosette gehalten wird – das Elektronikmodul „entscheidet“ über die Zugangsberechtigung. Ein besonderer Vorteil von FSB isis T300 als elektronischer Zugangslösung besteht auch darin, dass in der gesamten Schule, also für die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche, das gleiche Schließkonzept genutzt werden kann. Der Einbau der Elektronik fällt bei den Griffen äußerlich kaum ins Gewicht. Die eingesetzten Tür- und Fenstergriffe FSB isis T300 25 1070 und FSB 34 1070 – hier in Edelstahl verbaut –, die mit ihrer Rundstabkonstruktion spätestens seit den 70ern wahre Design-Klassiker sind, passen mit ihrem zeitlos jugendlichen Aussehen gut in das Umfeld Schule. Sie bergen aber auch einen klaren praktischen Vorteil gegenüber den zuvor in Bochum genutzten Knaufzylindern. Zum Einen sind die ergonomischen Türdrücker auch für körperlich beeinträchtigte Nutzer leichter zu bedienen. Zum Anderen wurden die genutzten Knäufe in der Vergangenheit von Schülern massiv traktiert, so dass der Drehmechanismus beeinträchtigt wurde. Den manchmal überbordenden Übermut von Schülern halten unter anderem auch die Dornzwangsverschlüsse FSB 34 3470 im Zaum: Fenster beispielsweise in Treppenhäusern lassen sich so nur durch bestimmte Personen öffnen.

Die Architekten Hascher und Jehle haben für ihr Neues Gymnasium Bochum den in diesem Jahr zum zweiten Mal ausgelobten Schulbaupreis Nordrhein-Westfalen 2013 gewonnen.

2017-09-07T12:37:55+00:00